Revolver zielt neu auf mobile Geräte und Webbrowser

Mit der Version 9.0 beginnt für Revolver ein neuer Zeitabschnitt. Der Zugriff auf die Agentursoftware wird künftig auch per Webbrowser, iOS und Android möglich sein. Im Interview erklärt Paul Gaspar, was Revolver Office ab 2012 bietet.

Revolver Office 9.0 Panel Preview

Weshalb wendet sich Revolver von seiner strikten Client-Server-Strategie ab?
Wir leben gerade in einer spannenden Zeit des Umbruchs. Zwanzig Jahre lang haben alle ausschliesslich mit dem PC oder dem Mac gearbeitet. Das ist eine lange Zeit. Und dann kommt Steve Jobs und bricht diese Struktur auf, erst mit dem iPhone und dann mit dem iPad. Plötzlich wird aus dem starren Dualismus von Windows und Mac OS ein buntes Durcheinander von Geräten mit unterschiedlichsten Bildschirmformaten, Bedienkonzepten und Betriebssystemen. 2011 hat dieser Zug richtig Fahrt aufgenommen. Wenn Sie heute in eine grössere Agentur kommen, bringen die Geschäftsführer oft ihr iPad mit in die Präsentation. Unsere Kunden erwarten mittlerweile, dass Revolver auf allen Plattformen läuft. Klassische Desktop-Software ist darauf nicht vorbereitet. Es fängt damit an, dass die Bedienelemente für Touchscreens zu klein sind. Die Fingerspitze hat nun einmal eine bestimmte Größe. Auf einem iPad sind es ungefähr 44 mal 44 Pixel, die ein Button gross sein muss, sonst trifft man ihn nicht sicher. Und es gibt keine rechte Maustaste auf dem iPhone. Aber auch die Technik unter der Oberfläche funktioniert anders als früher.

Wie lief die Entwicklung bei Revolver ab?
Wir haben Anfang 2010 mit den Vorbereitungen begonnen. Im ersten Schritt haben wir die Servertechnik vollständig umstrukturiert und auf mobile Geräte vorbereitet. Der Revolver Server 9 enthält eine API, also eine Schnittstelle, die von aussen angesprochen werden kann, und einen eigenen Webserver.Der zweite Schritt war, eine einheitliche Oberfläche und ein einheitliches Bedienkonzept für alle Plattformen zu schaffen. Wir wollten nicht, dass Revolver auf einem Android-Handy anders zu bedienen ist als auf dem Mac. Also haben wir für Revolver 9 etwas geschaffen, das auf allen Systemen funktioniert. Der dritte Schritt ist nun, die mobilen Clients zu entwickeln. Hier liegen wir genau richtig, was das Timing betrifft. Viele Technologien, die wir hier einsetzen, sind erst 2010 oder 2011 auf den Markt gekommen.

Wird es für mobile Geräte sowie den Webbrowser lesenden und schreibenden Zugriff auf alle Funktionen geben?
Bis Mitte 2012 wird man mit den mobilen Geräten und am Browser alle wesentlichen Arbeiten mit Revolver erledigen können. Also Projekte anlegen, Zeiten erfassen, Rechnungen schreiben, Reports betrachten und so weiter. Im zweiten Halbjahr werden spezielle Ansichten folgen wie zum Beispiel die Ressourcenplanung. Vorläufig nicht geplant sind für diese Clients lediglich die besonderen Funktionen wie der Design-Modus oder die Benutzerverwaltung. Das bleibt dem Mac- und Windows-Client vorbehalten.

Braucht es für den mobilen Zugriff eine ständige Internetverbindung oder können beispielsweise Termine auch offline angelegt und später synchronisiert werden?
Konzeptbedingt wird der mobile Client nur online funktionieren. In Revolver ist alles miteinander verbunden: Termine zum Beispiel mit Projekten und Adressen. Dazu ist ein Live-Zugriff auf den Datenbestand notwendig.

Können Sie bereits was darüber sagen, inwiefern sich mit dem Zugriff per Webbrowser künftig die Möglichkeit ergibt, Kunden in den Workflow einer Agentur einzubinden?
Ja, das wird kommen. Mit Revolver 9 wird das Zusammenstellen spezieller Dashboards für Kunden möglich. Der Kunde geht dann per Browser direkt in das System der Agentur, wo er auch in begrenztem Umfang aktiv werden kann, etwa Anmerkungen und Änderungswünsche hinterlassen oder Freigaben erteilen. Dabei kann der Projektmanager steuern, welche Punkte intern sind und welche der Kunde sehen darf. Mit Revolver 9 vereinfachen wir die Kommunikation mit dem Kunden dramatisch. Wir haben Agenturen, die zum Teil sehr umfangreiche Projekte durchführen. Bei Event-Agenturen sind vierhundert Projektschritte für eine einzelne Veranstaltung keine Seltenheit. Durch den direkten Zugriff des Kunden spart der Projektmanager viele Stunden Arbeitszeit und eine Menge Nerven.

Werden die aktuellen Preise auch im nächsten Jahr für die Versionen 9.0 bzw. 9.1 gelten?
An den Preisen ändert sich nichts. Die kleinste Version wird weiterhin 19 Euro bzw. 23 Schweizer Franken im Monat kosten. Das Paket mit fünf Arbeitsplätzen bleibt bei monatlich 99 Euro bzw. 119 Schweizer Franken. In dieser Miete ist ein Support-Paket ebenso enthalten wie alle Updates. Die mobilen Clients werden kostenlos sein so wie die stationären Clients bisher auch.

www.revolversoftware.com

4 KOMMENTARE

  1. Netscout sagt:

    Scheint gestorben zu sein.

  2. Freiburg sagt:

    Was ist passiert mit der Version 9?

  3. Martin sagt:

    Auch warten wir weiterhin – fast 3 Jahre nach diesem Artikel – auf den Veröffentlichungstermin von Revolver 9 …

  4. Stefan Maziejewski sagt:

    Leider gibt es heute (Dezember 2013, 2 Jahre nach dem Artikel) noch nicht einmal einen Veröffentlichungstermin für Version 9 :-(

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