Weko lässt Tamedia den Westschweizer Medienkonzern Edipresse schlucken

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat die Übernahme
der Schweizer Aktivitäten der Edipresse-Gruppe durch die Tamedia AG
bewilligt. In ihrer vertieften Analyse ist sie zum Schluss
gekommen, dass es auf den meisten Märkten zu keinen
Marktanteilsadditionen kommt. Auf dem relativ kleinen Werbemarkt in der
Romandie hat es längerfristig auch keinen Platz für zwei
Pendlerzeitungen.Auf den meisten Märkten,
die vom Zusammenschluss betroffen sind, wie beispielsweise den Leser-
und Werbemärkten für Tageszeitungen und Zeitschriften sowie den Hörer-
und Zuschauermärkten für Radio und TV, gewinnt Tamedia durch die
Übernahme keine Marktanteile. In diesen Märkten ist nämlich Tamedia
ausschliesslich in der Deutschschweiz und Edipresse ausschliesslich in
der Romandie tätig. Auch auf dem Markt für die Frühzustellung von
Zeitungen führt die Übernahme von Edipresse durch Tamedia nicht zu
wettbewerbsrechtlichen Problemen, da immer noch genügend Wettbewerb
besteht.

Die Weko hat insbesondere den Pendlerzeitungsmarkt in der
Westschweiz einer vertieften Analyse unterzogen, da es hier zu einer
Zusammenlegung der zwei bestehenden Pendlerzeitungen 20 minutes und Le
Matin Bleu kommt. Die Prüfung hat ergeben, dass es auf dem Werbemarkt
in der Romandie nur Raum für eine Pendlerzeitung hat. Der von der Weko
beigezogene unabhängige Experte hat diese Einschätzung bestätigt. Seit
der Markteinführung der Pendlerzeitungen haben Tamedia mit 20 minutes
und Edipresse mit Le Matin Bleu Verluste von mehreren Dutzend Millionen
Franken erlitten. Aufgrund dieser Verluste wäre Le Matin Bleu auch ohne
den Zusammenschluss innerhalb kurzer Zeit aus dem Markt ausgeschieden.
Die Prüfung hat auch gezeigt, dass kein Verleger in der gegenwärtigen
Situation bereit ist, Le Matin Bleu zu erwerben.

Angesichts der besonderen Verhältnisse auf dem Pendlerzeitungsmarkt
in der Westschweiz und der hohen Verluste, welche die Pendlerzeitungen
verursacht haben, sind die Anforderungen an den Nachweis für das
Vorliegen einer Sanierungsfusion erfüllt.

Quelle: Wettbewerbskommission

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