Chez SBB, n’est-ce pas?

Gestern habe ich am Bahnhof Olten wieder mal ein gutes Beispiel sprachlicher Schwäche entdeckt. Das Restaurant Pendolino – eine Kantine der SBB, geführt von der SV Group – nennt sich auch «Chez SBB». Der Zusatz «chez» (auf Deutsch «bei») ist in Kombination mit einem Vornamen (z. B. «Chez Simon») eine beliebte Bezeichnung für Cafés, Bistros und kleine Beizen im französischen Sprachraum.

In Kombination mit der deutschen Bezeichnung SBB hinkt das aber und ist gleich falsch wie «Bei CFF». Es müsste also «Chez CFF» heissen. Eine Verbindung des französischen Zusatzes mit dem deutschen Namen der SBB ist sprachlich nicht zulässig.

Wie einige weitere Artikel (vgl. unten) aufzeigen, sind die SBB und die SV Group mit diesem Problem in guter Gesellschaft. Und übrigens, die SV Group wurde 1914 als Gemeinnütziger Verein für alkoholfreie Verpflegung der Truppen gegründet. Damals war sprachlich noch alles korrekt.

3 KOMMENTARE

  1. Andreas Renggli sagt:

    Es sagt ja niemand, dass gute Slogans einfach zu kreieren sind. Kompromisse wie in diesem Fall sind aber selten gut. Besser ganz Französisch, ganz Deutsch oder notfalls ganz Englisch.

  2. Besser spät als nie sagt:

    Besser spät als nie, ein weiterer Kommentar:
    Da muss ich Hans zustimmen. Zudem ist es nicht einfach einen gemeinsamen Slogan mit Erkennungswert für drei Sprachen zu finden, ohne gleich wieder ins Englische zu fallen, wie so manch andere schweizer Firma.

  3. Hans sagt:

    sehr gesucht dieser Flop. Vielleicht sollte der Slogan genau das Thema der Sprachenvielfalt in der Schweiz thematisierenbzw, darauf anspielen. Eine Wortkreation auf einem Plakat als Fehler zu bezeichnen finde ich stur!

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