«Protest im Internet nicht wirksam genug»

In der heutigen Ausgabe des Tages-Anzeiger wirft die Harvard-Professorin Barbara Kellerman das Internet als möglichen Grund für ausbleibende soziale Unruhen in den USA und der Schweiz in die Runde.

Viele Leute kanalisieren ihre Wut in diesem Medium – mit der Folge, dass niemand mehr auf die Strasse geht. […] Als Präsident George W. Bush für seine zweite Amtszeit zur Wahl antrat, war das Internet voll von Kritik an ihm und Details über die Irreführung der Bürger während des Irak-Krieges. Doch statt dass die Leute wie während des Vietnamkriegs auf die Strasse gingen und gegen den Krieg protestierten, schrieben sie Blogs und Internetseiten voll. Und Bush wurde wiedergewählt. Das legt den Schluss nahe, dass der Protest im Internet nicht wirksam genug ist.

Es erscheint mir logisch, dass Aktionen, die nicht nur virtuell, sondern auch auf den Strassen oder sonst wo stattfinden, besser sichtbar sind und deshalb wirksamer. Insbesondere auch, weil Demonstrationen oder andere Veranstaltungen auch von gewöhnlichen Medien als Themen aufgegriffen werden. Das erhöht die Reichweite massiv.

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