Medien berichten immer häufiger über Tiere

Tiere machen heute deutlich häufiger Schlagzeilen
als noch vor dreissig Jahren. Dabei dominieren völlig gegensätzliche
Darstellungen: das bedrohliche Tier wie bei der Vogelgrippe oder den
Kampfhunden auf der einen Seite und der idealisierte Star auf der
anderen. So etwa beim Eisbärenbaby Knut oder dem Nilpferdjungen Farasi.
Dies zeigt eine gestern publizierte Studie des Departementes für
Soziologie der Universität Genf, finanziert durch das Bundesamt für
Veterinärwesen, worin das vielfältige Verhältnis von Tier und Mensch
untersucht wurde.Unter der Leitung der Professorinnen Claudine Burton-Jeangros und
Annik Dubied haben die Forschenden die Berichterstattung über Tiere in
Zeitungen und Fernsehen seit 1978 untersucht. Demnach nahm nicht nur
die Zahl der Beiträge mit Tierthemen zu, auch Krisen, bei denen Tiere
als Bedrohung wahrgenommen werden, treten immer häufiger auf.
Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, gefährliche Hunde – unerwünschte Tiere
füllen die Spalten sowohl von Qualitäts- wie von Boulevardzeitungen.
Eine weitere Darstellung von Tieren tritt immer häufiger auf: das Tier
als Star. Diese Berichterstattung findet vor allem in Boulevardmedien
statt. Die Medienanalyse zeichnet ein vielfältiges Bild unserer
Beziehung zum Tier: unsere Gefühle schwanken zwischen grosser Angst und
inniger Liebe und sind voller Widersprüche.
Die Forschenden haben auch Gespräche mit verschiedenen
Bevölkerungsgruppen in der ganzen Schweiz geführt. Im Gegensatz zu den
Medien beschäftigen die Bevölkerung nicht in erster Linie die
,bedrohlichen Tiere". Vielmehr interessieren sich die Menschen für die
Beziehung von Mensch, Tier und Umwelt und, an zweiter Stelle, für den
Schutz der Tiere. Dies war in allen drei Sprachregionen der Fall und
bestätigt den hohen Stellenwert des Themas in der Schweiz. Auch die
Nutzung des Tieres in der Landwirtschaft, aber auch als Heimtier wurde
häufig kritisch hinterfragt.Die Studie dient als Basis für eine Veranstaltungsserie im Juni 2009
im Politforum Käfigturm Bern mit den Themen «Von Hengsten und Hechten
in der Politik – weshalb sich PolitikerInnen für Tiere stark machen», «Hot dogs – weshalb Hunde die Gesellschaft entzweien» und «In Tiere
vernarrt – weshalb wir die einen kraulen und die andern essen».

Quelle: Bundesamt für Veterinärwesen

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