Bestandteile einer Website

Viele Projekte und Organisation, die wenig Geld für Mediawerbung zur Verfügung haben, wickeln einen Grossteil der Kommunikation über ihre Website ab, weil sie kostengünstig betrieben werden kann und die Inhalte grundsätzlich von überhall her jederzeit für jedermann zugänglich sind. Ein Überblick, was es für eine Website alles braucht.Da es sich bei Projektbeginn oft nicht genau abschätzen lässt, wie lange die Aktivitäten dauern und wie umfangreich sie werden, tendieren viele Leute dazu, mit der Website zuzuwarten. Das ist unklug, weil gerade mit einer Website einfach und schnell aktuelle Information veröffentlicht werden können. Der Betrieb einer Website bedingt drei Elemente: eine Internetadresse, über die sie erreicht wird, ein Webspace, wo die Daten liegen, plus Software zur Eingabe und Publikation der eigentlichen Informationen. Diese werden hier beschrieben.

1. Internetadresse

www.name.ch.vu
Wer nichts ausgeben will für eine Internetadresse, kann unter www.name.ch.vu kostenlos eine eigene einrichten. Der Nachteil: Die Domäne lautet .ch.vu und nicht .ch. Das wirkt in der Schweiz nicht gerade professionell, weil die Domäne .vu eigentlich zur Insel Vanuatu im Südpazifik gehört. Hingegen kann die Verwendung solcher exotischer Domänen für Projekte durchaus reizvoll sein, wenn die Macherinnen und Macher damit verdeutlichen wollen, dass sie übliche Normen brechen und individuelle Wege beschreiten. 

www.name.ch
Für lediglich 17 Franken pro Jahr kann bei Switch eine Schweizer Domäne reserviert werden. Zum Beispiel: Politiknetz.ch. Eine solche Internetadresse lässt sich besser kommunizieren und leichter merken. Möglich sind auch andere Domänen wie .net, .org, .info, .com.

2. Webspace

War früher die Benützung eines Webservers mit hohen Kosten verbunden, gibt es heute bereits Hostingpakete ab 120 Franken pro Jahr, die alles bieten, was kleinere Projekte und Organisationen benötigen. Dazu gehört auch, dass eine beliebige Anzahl an E-Mail-Adressen eingerichtet werden kann. Zwar gibt es auch hier Anbieter von kostenlosen Lösungen, doch schränken sie die Freiheiten oft stark ein. Zum Beispiel mit Werbung, keinen eigenen E-Mail-Adressen, beschränktem Datentransfervolumen oder fehlendem Administrationszugang. Qualität und Angebote von Internet-Service-Provider ändern rasch, weshalb es ratsam ist, sich bei Personen im eigenen Umfeld nach bewährten Anbietern zu erkundigen.

3. Software

Manche Internet-Service-Provider bieten zusammen mit ihren Angeboten für Webspace gleich auch noch eine kostenlose Software für die Publikation von Inhalten an. Für einen schnellen Start der Website kann so was durchaus Sinn machen, längerfristig eher nicht, weil diese Programme in der Funktion oft sehr limitiert sind. Aus diesem Grund werden hier einige umfangreichere Programme vorgestellt, die ebenfalls kostenlos verwendet werden können.

Wer selber Software auf einem Webserver installieren und betreiben will, muss sich Grundkenntnisse in HTML und PHP aneignen. Zwar lässt sich die Software oftmals automatisch einrichten, doch gibt es immer wieder mal kleine Probleme, die sich ohne Vorkenntnisse erst nach stundenlangem Suchen lösen lassen. Wer keine Person mit solchem Wissen in seinen eigenen Reihen hat, kann mit Kleinplakaten oder direkten Anfragen an Berufsschulen, Fachhochschulen, Universitäten oder anderen Bildungsanbietern auf das eigene Projekt aufmerksam machen. Oftmals suchen Leute in Ausbildung praktische Übungsfelder.

Content-Management-System (CMS)
Das CMS ist eine Software, mit der Text-, Bild-, Ton- und Multimedianhalte erstellt, verwaltet und publiziert werden. Mit einem CMS kann zum Beispiel eine Website gespeist werden. Es gibt unzählige Anbieter von kostenlosen CMS. Ein kleines und raffiniertes Web-Content-Management-System ist PHPWCMS. Mit ihm lassen sich Inhalte schnell und unkompliziert ins Internet stellen. Zudem kann definiert werden, dass gewissen Seiten nur von Mitgliedern betrachtet und nur von bestimmten Personen bearbeitet werden können. Grössere Systeme wie Mambo, Drupal oder Typo 3 bieten noch viel umfangreichere Funktionen, verlangen aber auch einen höheren Aufwand für die Installation und bessere Kenntnisse für die Betreuung des Systems.

Eine Sonderform von Web-Content-Management-Systemen bildet Mediawiki, die Software, auf der die Enzyklopädie Wikipedia basiert. Sie kann ebenfalls kostenlos zum Aufbau einer eigenen Website verwendet werden. Vorteile sind die grosse Flexibilität und die Möglichkeit, dass viele Autorinnen und Autoren unkompliziert mitarbeiten können. Da Mediawiki keine vorgegebene Struktur hat, besteht Gefahr, dass zu Projektbeginn eine zu kleine Struktur gewählt wird und diese später mit grossem Aufwand manuell umgestellt werden muss.

Extranet
Ein Extranet ist ebenfalls ein Content-Management-System, allerdings richtet es sich an einen geschlossenen Personenkreis (zum Beispiel das Projektteam oder die Vereinsmitglieder). Über eine solche interne Plattform lassen sich in der Regel E-Mails verschicken, gemeinsame Termine vereinbaren, Adressdatenbanken führen, Diskussionen führen, Dokumente ablegen und anderes mehr. Eine sehr ausgeklügelte Extranet-Software ist zum Bespiel Egroupware. Zusätzlich zu den oben erwähnten Funktionen lassen sich mit Egroupware auch interne Linkverzeichnisse, Foren, Umfragen, Wissensdatenbanken und ein Projektmanagementprogramm einrichten.

Webforum
Ein Webforum ist ein Diskussionsforum im Internet. Registrierte Benutzerinnen und Benutzer können Beiträge (Postings) verfassen. Mehrere solcher Beiträge werden zu Fäden (Threads, nicht Threats) oder Themen (Topic) zusammengefasst. Der Vorteil von Webforen ist, dass die Diskussionen zu einem späteren Zeitpunkt aufgerollt werden können. Das heisst, wenn eine Person erst später zur Gruppe hinzustösst, kann sie lesen, wer bisher welche Beiträge zu welchen Themen veröffentlicht hat. Webforen können sowohl öffentlich als auch nur Vereinsmitgliedern zugänglich gemacht werden. Interne Webforen eignen sich zur Diskussion über Projekte mit vielen involvierten Personen, externe Webforen für allgemeine Diskussionen von Themen, die im Zusammenhang mit dem Projekt bzw. der Organisation stehen. Wichtig zu wissen ist, dass es inzwischen sehr viele öffentliche Webforen gibt und nur wenige auch rege benutzt werden. Wer also ein externes Webforum aufbauen will, sollte im Vorfeld eine Gruppe auf die Beine stellen, die auch wirklich regelmässig Beiträge publiziert und bei der Moderation mithilft. Weit verbreitete Open-Source-Software für Webforen sind PHPBB oder Simple Machines Forum (SMF).

Mailingliste
Eine schnelle und simple Möglichkeit der Kommunikation über das Internet bieten Mailinglisten. Sie basieren auf E-Mail und eignen sich vorwiegend für die interne Kommunikation. Auf dem eigenen Webserver können in der Regel eine bestimmte Anzahl von Mailinglisten eingerichtet werden. Wenn die Vorstandsmitglieder zum Beispiel in der Mailingliste vorstand@politiknetz.ch eingetragen sind, erreicht man mit einer E-Mail an die gleichnamige Adresse gleich den ganzen Vorstand. Die Eingabe einzelner Adressen entfällt. Wächst die Zahl der Abonnenten einer Mailinglisten stark, besteht Gefahr, dass das Nachrichtenvolumen ins Unerträgliche steigt. Abhilfe leisten die Aufteilung der Mailinglisten in mehrere Listen oder vorgegebene Betreffzeilen. Letzteres reduziert zwar den E-Mail-Verkehr nicht, macht aber auf einen Blick ersichtlich, welche E-Mails für die Empfängerin oder den Empfänger relevant sind.

Weblog
Ein noch immer recht neues Hilfsmittel für die Publikation von Informationen im Internet sind Weblogs. Es handelt sich dabei um eine Art Tagebuch im Internet. Allerdings werden Weblogs längst nicht mehr nur für Tagebucheinträge verwendet. Immer mehr entstehen mit der gleichen Software auch umfangreiche Websites. Und von der Gegenseite nähern sich auch herkömmliche Web-Content-Management-Systeme mit benutzerfreundlicheren Modulen für die Publikation aktueller Nachrichten immer mehr den Weblogs. Deshalb sind beide Systeme für Projekte und Organisationen geeignet. Projekte, die vor allem kurze, aktuelle News publizieren wollen und allenfalls noch einige allgemeine Informationsseiten haben, sind mit Weblogs wie WordPress, Nucleus oder Serendipity gut bedient. Hingen fahren Organisationen, die auf der Website tiefe hierarchische Strukturen brauchen und neben der Newspublikation auch noch Funktionen wie Adressverzeichnisse oder Dateilisten wünschen, mit Web-Content-Management-Systemen tendenziell besser. Es richtet sich deswegen eher an Leute mit Erfahrung.

Im Moment werden Organisation und Unternehmen als innovativ betrachtet, wenn sie Weblogs einführen, wo Mitarbeitende oder die Führungsetage regelmässig eigene Beiträge veröffentlicht. So was ist durchaus spannend, doch auch hier sollte sich im Vorfeld eine Gruppe bilden, die sich um die News kümmert. Denn Weblogs, die nicht aktuell sind, besucht man genau einmal.

Podcast
Noch trendiger als das Betreiben eines Weblogs ist Podcasting, das Produzieren und Anbieten von Audio- oder Videodateien über das Internet. Potcaster erstellen eigene Beiträge und stellen sie anschliessend im Internet zur Verfügung. Mit einer speziellen Software können die Beiträge schliesslich von anderen Personen auf den eigenen Computer heruntergeladen und angehört bzw. angeschaut werden. Für Projekte und Organisationen kann das eine spannende Möglichkeit sein für Berichte vor Ort. Neben den Einschränkungen wie beim Weblog kommt bei Podcasts technische Kenntnisse in den Bereichen Audio bzw. Video hinzu.




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