9500 Franken für Fachartikel

Ein neues Magazin für Führungskräfte will herausragenden Autorinnen und Autoren eine Plattform bieten. Allerdings landet der Einzahlungsschein auf der falschen Seite.Die ersten Zeilen einer E-Mail, die ich heute vom Projektleiter des Magazins Scorecard erhalten habe, klingen vielversprechend:

Herausragende Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis stellen darin die neusten Erkenntnisse, Modelle und Konzepte zu einzelnen Themenschwerpunkten auf dem Gebiet der STRATEGIE dar. Eine Übersicht finden Sie in der Beilage. Gerne würde ich zum Themenschwerpunkt «Strategisches Kommunikation» mit Ihnen exklusiv zusammenarbeiten. Ihr Fachartikel ist auf Seiten 40/41 geplant.

Die versprochene Exklusivität macht mich stutzig und ich schaue mir die Sache etwas näher an. Im Anhang dann die Auflösung: Ich darf einen Artikel im Umfang von 3’800 Zeichen schreiben, dieser wird im Magazin Scorecard publiziert, welches der Bilanz beigelegt wird. Doch der Einzahlungsschein für den Fachartikel landet nicht bei der Redaktion, sondern bei mir. Die Publikation kostet mich 9’500 Franken exkl. MwSt. Dafür wird mein Beitrag weder mit Publireportage noch mit Anzeige oder Werbung markiert. Einzig im Editorial gibt es einen Hinweis auf das Geschäftsmodell:

SCORECARD basiert auf einem völlig neuen Konzept in der Medienlandschaft: Die Autoren beteiligen sich in der Regel an den Produktionskosten, um Ihnen hier ihre Kompetenz beweisen zu dürfen.

Ich finde, es braucht ein sehr gesundes Selbstbewusstsein, damit eine komplette Vernichtung journalistischer Prinzipien als innovatives Modell angepriesen werden kann.

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